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17.03.2003 05:56
Umstritten, aber begehrt
Viele Akademiker kamen
Bild:
Die Neugierde überwog: Zu dem Experimentalvortrag mit dem umstrittenen Furtwanger Fachhochschul-Professor Konstantin Meyl kamen viele Interessierte, meistens waren es aber Anhänger des unorthodoxen Wissenschaftlers. Bild: Jochen Hahne

Wohl noch nie zuvor haben sich so viele Akademiker in den Hallen des Technologieparks (TP) Villingen-Schwenningen getummelt wie am Freitagnachmittag. Doktoren und Professoren aus dem deutschsprachigen Raum - von Schleswig-Holstein bis zur Steiermark - waren zum vierstündigen Experimentalvortrag des umstrittenen Professors Konstantin Meyl angereist, der sie in Wort und Tat mit seinen Theorien über neue kosmische Energiequellen verblüffte.

"Und sie dreht sich doch": Vor 500 Jahren galt die Behauptung, dass sich die Erde um die Sonne dreht, als Gotteslästerung, Galilei wurde dafür in den Kerker verbannt. Konstantin Meyl hat zwar keine Probleme mit der Inquisition, aber mit ungläubigen Kollegen (wir berichteten am Freitag). Seine Thesen sind sicher nicht so bahnbrechend wie die Lehre des Nikolaus Kopernikus vom heliozentrischen System, sie könnten aber die Weichen für moderne Kommunikations- und Energiewirtschaft neu stellen, wenn sie sich bestätigen lassen.

Nach dem Motto "viel Feind, viel Ehr" kokettierte der smart wirkende ehemalige Entwicklungsleiter der Bauknecht AG und "Hansdampf in kosmischen Gassen" selbst mit der Kritik an seinen Thesen. Die seien bis zur Widerlegung gültig, und das sei noch niemand gelungen. Sie stellten auch die geltenden physikalischen Gesetze nicht auf den Kopf, sondern fügten sich ergänzend in das System ein, betonte er.

Meyl knüpfte in seiner Beweisführung an Experimente mit Skalarwellen an, die der Physiker Nikola Tesla schon vor 100 Jahren gemacht hatte. Laut Meyl existierten diese Wellen parallel zu den elektromagnetischen Wellen, die Heinrich Hertz 1899 entdeckt hatte, die aber andere Eigenschaften haben und bislang von Forschung und Wissenschaft vernachlässigt würden. Dabei haben Skalarwellen laut Meyl höchst praktische Eigenschaften, die für eine Revolution der modernen Informationstechnologie sorgen könnten. Davon schien auch die Mehrheit des Auditoriums überzeugt, das in gleichsam kollektiver Aufgeregtheit an Meyls Lippen hing und mit visionärem Eifer die spektakulären Experimente verfolgte.

Das eigentlich Phantastische aber ist, dass sich die Wellen auf ihrem Weg zum Empfänger zusätzliche Energie aus dem Kosmos aufladen und darum mehr Energie abliefern können, als sie ursprünglich getankt haben. Diese Zusatzenergie stammt von Neutrinos. Während es uneingeweihte Zuhörer zunehmend schwerer hatten, den energetischen Faden nicht zu verlieren, stellten Insider kluge Zwischenfragen - beide Seiten waren fasziniert von den Experimenten und auch von der Vorstellung des Anwendungspotenzials. Das ergibt sich überall, wo eine Punkt-zu Punkt-Übertragung gewünscht wird, was Meyl mit seinen Nachbauten von historischen Tesla-Spulen veranschaulichte. Ohne Strom aus Steckdose oder Batterie wurde Musik aus einem Kassettenrecorder übertragen und demonstrierten Studenten Datenübertragung am Computer. "Die Lehrbuchphysik ist nicht falsch", sagte Meyl selbstbewusst, "aber sie muss erweitert werden."

Meyl, der einen Lehrauftrag für Leistungselektronik und alternative Energietechnik an der Fachschule Furtwangen hat, skizzierte auch neue Nutzungsmöglichkeiten. Zum Beispiel beim Mobilfunk, wo Direktkontakt gefragt ist. "Dazu brauchen wir die Telekom nicht mehr." Nach seiner Überzeugung wurde Skalarwellentechnik bereits im Altertum genutzt. TP-Geschäftsführer Reiner Borgmann fasste Meyl's Botschaft so zusammen: "Wir brauchen ein neues Verständnis für neue physikalische Betrachtungsweisen."

Christina Nack

 

 




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