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Wie Fehler wandern - ein Hilferuf

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    CEE - Kolloquium Foren-Übersicht -> Thema: "Gibt es longitudinale Wellen?" & " Longitudinale elektr. Wellen"
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kuehlke
Prodekan CEE


Anmeldungsdatum: 06.07.2002
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: So Jul 07, 2002 12:41 am    Titel: Wie Fehler wandern - ein Hilferuf Antworten mit Zitat

Die Erlebnisse eines Zuhörers oder Wie Fehler wandern - ein Hilferuf

Da gab es einen Vortrag, dessen Anliegen sicher keiner so gut formulieren kann, wie der Autor selbst (http://www.k-meyl.de):
"Prof. Dr.-Ing. Konstantin Meyl entwickelt in seinen Büchern eine einheitliche Feldtheorie, aus der alle bekannten Wechselwirkungen ableitbar sind (Ein phänomenaler Erfolg, an dem bisher Generationen von Physikern gescheitert waren, wo bleibt der Nobel-Preis?). Anstelle der üblicherweise benutzten Maxwellschen Gleichungen wählt er als Ansatz die Urform des von Faraday entdeckten Induktionsgesetzes und zeigt, dass Wirbel des elektrischen Feldes darin enthalten sind. Diese Potentialwirbel breiten sich im Raum als Skalarwelle aus, eine longitudinale elektrische Welle, ...
Da die vorgestellte Theorie auf einer Erweiterung der Maxwellschen Theorie beruht, schließt sie die klassische Theorie als Sonderfall mit ein, was bedeutet, dass alle klassischen physikalischen Gesetze weiterhin ihre Gültigkeit behalten."

Voller Ehrfurcht und Erwartungen mischte ich mich unter die Zuhörer. Einen Teil seiner wertvollen Vortragszeit verbrachte der Meister wirklich damit, seinen Zuhörern in schwungvoller Powerpoint-Präsentation zu zeigen, dass sich aus E = -v x B ("Urform des von Faraday entdeckten Induktionsgesetzes") das Induktionsgesetz der Maxwell-Gleichungen (in lokaler Form) für beliebige zeitabhängige Magnetfelder herleiten lässt. Aber, man mag es kaum glauben, da wagten es doch zwei der Zuhörer, die bei dieser Herleitung verwendeten Rechenkünste des Meisters anzuzweifeln: (G. Bruhn, Meyls Do-It-Yourself-Mathematik: Die Meylsche Regel, http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/ ; D. Kühlke, http://www.cee.fh-furtwangen.de/kolloquium/kommentar_kuehlke.html ;
Die Zurechtweisung folgte auf dem Fuß:


Sehr geehrter Herr Kollege Kühlke,
Ihr eigenartiges, nicht nachvollziehbares Mail vom 16.6. und die polemische Variante Ihres Freundes Bruhn haben mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mir an diesem Wochende deshalb die Machwerke einmal näher angeschaut. Vier Fehler finden sich in Ihren sogenannten Herleitungen bzw. der "Meyl ́schen Rechnung", wie Sie beide versuchen, sie mir in den Mund zu legen....

Ein schwacher Versuch darauf hinzuweisen (http://www.cee.fh-furtwangen.de/kolloquium/kuehlke_AntwortMeylBrief.html), die Fehler seien real, die Vortragsmitschrift könne doch nicht erträumt sein (und das auch noch von zwei Zuhörern) war völlig unangebracht. Jetzt riss dem großen Meister endgültig der Geduldsfaden:

Sehr geehrter Herr Kollege Kühlke,
mit den nachgeschobenen Erklärungen schaffen Sie Ihre Fehler nicht aus der Welt. Sie sind jetzt mit Hilfe des Skripts vom Kollegen Haungs, das ich Ihnen ins Fach gelegt habe, zwar in der Lage, die Rechenvorschriften der Vektoranalysis richtig anzuschreiben. Ob Sie diese deshalb auch verstanden haben, daran sind erhebliche Zweifel zu hegen:
Sie bestehen nämlich darauf, daß die beiden Ableitungstensoren, die Sie zunächst verschlampert hatten, zu Null anzunehmen seien mit der irrigen Annahme, die Geschwindigkeit v sei ortsunabhängig. Ich hatte Ihnen doch wiederholt angegeben, daß von v = v(x(t)) ausgegangen wird, also von einer Abhängigkeit von der Ortskoordinate x. Sie setzen also genau den Term zu Null, aus dem ich die Ableitung von B herleite. Haben Sie in meinem Vortrag nicht aufgepaßt? Wieso äußern Sie sich dann, wo ich Sie doch gar nicht um Ihren Kommentar gebeten habe?
Bei Ihrer, der Kühlke-Herleitung (und das hat nichts mit meiner zu tun!), beiben noch div B und div v übrig, wobei Sie mit nicht nachvollziehbarer Kühlke-Mathematik aus den "Geschwindigkeitsmonopolen" div v (= physikalischer Nonsens) etwas Skuriles herleiten, um dann fachkundig festzustellen, daß hier Kühlke einen Fehler gemacht hat!
Ich empfinde es als Verleumdung und als Verletzung meiner Persönlichkeit, daß Sie steif und fest in aller Öffentlichkeit behaupten, Ihre Fehler seien die von Meyl, daß Sie mit aller Gewalt versuchen, mir künstlich konstruierte Fehler in die Schuhe zu schieben (= Methode Bruhn).
Mit Ihren Fehlern schaden Sie sich als Fachlehrer, aber mit der Unterstellung und der Verleumdung meiner Person disqualifizieren Sie sich als Kollege. Bitte denken Sie bei allen Ihren Aktionen daran.
Mit freundlichen Grüssen
Konstantin Meyl

PS: Ihre Auslassungen zur Verwendung meines Ansatzes (Ineinander-Einsetzen) sind nicht unbekannt. Jeder kann dies sachlich und ohne Polemik in dem Lehrbuch von Prof. Pohl nachlesen. Die korrekte Anwendung der Gleichungen führt zu einer Potenzreihe, deren Entwicklung dann zu den Gleichungen führt, die Bruhn als Ansatz (?!) verlangt hat: (E' + v x B). Aber, wie schon gesagt, habe ich darüber nicht vorgetragen, weshalb die Diskussion an dieser Stelle auch keinen Sinn macht. Es geht nur darum, ob die Kollegen Kühlke, Hönl und Scheithauer die Lehrbuchphysik akzeptieren, oder ob sie mir als ihrem Kollegen weiterhin verbieten wollen, die bekannten Gleichungen anzuwenden und mit den Studenten mögliche Konsequenzen zu diskutieren. Letzendlich geht es um den Ruf dieser Hochschule, dem der "Fachprofessor" Kühlke mit seinen öffentlichen Fehlern dabei ist, zu schaden.

Jetzt bin ich völlig zerschmettert: Da habe ich doch in einem so wertvollen Vortrag gesessen, geträumt, Dinge mitgeschrieben, die es nie gab und versuche nun, diese dem großen Meister als Fehler in die Schuhe zu schieben.

Was habe ich gelernt? Da gibt es einen Ansatz einer einheitlichen Feldtheorie, E = -v x B, mit einer Geschwindigkeit v(x(t)), die von einem zeitabhängigen Ort (ein Karussell?, eine Achterbahn?) abhängt und mit einer magnetischen Flussdichte B, die Quellen hat (divB ungleich Null). Und daraus kann das Induktionsgesetz der Maxwell-Gleichungen in lokaler Form für beliebige zeitabhängige Magnetfelder hergeleitet werden!
Diese Herleitung! Ich finde sie nicht, aber ich brauche sie und zwar ohne Rechenfehler! Nur dann habe ich eine Chance, unserem großen Meister wieder unter die Augen treten zu dürfen.

WER HILFT MIR ?

D. Kühlke
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