erstellt am: 07. Mai 2001 02:15
Nur mit blankem Entsezten kann mann den "Drogenbericht 2000" lesen: (siehe http://www.bmgesundheit.de/themen/drogen/pm/260401.htm).Zitat:
"...
Auch die Verschreibung von Medikamenten an Kinder mit "hyperkinetischen Auffälligkeiten" (sog. Zappelkinder) ist in den letzten Jahren - von einem niedrigen Niveau - deutlich angestiegen (von etwa 2.500 behandelten Kindern im Jahr 1990 auf über 40.000 in 1999) (3) . Hier ist umstritten, ob eine sorgfältige therapeutische Begründung wirklich in allen Fällen vorliegt. Es ist davon auszugehen, dass in vielen Familien das "Pillen"-Schlucken zur Befindlichkeitsbeeinflussung gängige Alltagspraxis ist und notwendig, dass wir in dieses Dunkelfeld ein wenig mehr Licht bekommen.
..."
Unbedingt empfehlenswert ist ein Blick auf den Beitrag, auf den sich diese haarsträubenden Feststellungen beziehen: (3: siehe Schubert, I. et. al. (2001): Methylphenidat bei hyperkinetischen Störungen. Verordnungen in den 90er Jahren; In: Deutsches Ärzteblatt;Heft 9 vom 2. März 2001 http://www.aerzteblatt.de/archiv/pdf.asp?id=26233)
Zitat daraus:
"...
Epidemiologische Untersuchungen zeigen für die Bundesrepublik eine mit den USA vergleichbare Prävalenz für Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (3).Legt man beispielsweise die von Zito et al.1997 (21)geschätzten amerikanischen Zahlen zur Behandlungsprävalenz (2,2 Prozent bei den Fünf-bis Fünfzehnjährigen)zu grunde,wäre in der Bundesrepublik mit rund 169 000 medikamentös behandelten Kindern und Jugendlichen zu rechnen.
Aufgrund der vorliegenden Berechnungen kann von circa 41 000 Dauertherapien ausgegangen werden. Das sind deutlich weniger behandelte Kinder,als nach den Daten aus den USA, auch unter Beachtung möglicher Verzerrungen durch Heranziehung von Medicaid-Daten (Versicherte mit geringem Einkommen)zu erwarten wäre. Auch wenn in der Bundesrepublik ein deutlicher Anstieg der Stimulationstherapie in den Jahren von 1990 bis 1999 zu verzeichnen ist, sprechen die Zahlen im Vergleich zu den erwarteten Behandlungen gegen die Vermutung einer zu häufigen Indikationsstellung.
..."
Fazit: der zitierte Beitrag kommt genau zum gegenteiligen Ergebiss!
Der Drogenbericht ist bezüglich Ritalin derart verunglimpfend und an den Tatsachen vorbei, dass tatsächlich Betroffene nur vor Enttäuschung aufheulen können.
Wo bleibt die Unterstützung der Ministeriums für Kinder mit HKS/ADHD ?
Zu verweisen ist dringend auf die anderen Diskussionsbeiträge zu diesem Thema.
Es ist ein Skandal, auf welche Art und Weise seit Jahrzehnten anerkannte und wirkungsvolle Therapien auf diese Art und Weise kriminalisiert werden.
Ein noch grösserer Skandal ist, das dies alles auf dem Rücken der Kinder geschieht.
Gerade die betroffenen Kinder haben unsere Hilfe und Unterstützung bitter nötig.
Zu befürchten ist, dass in Zukunft mehr betroffene Kinder und Eltern den Scharlatanen zum Opfer fallen werden.